Kräfte bündeln für eine leistungsstärkere Bodenüberwachung

  • Force readiness
  • Soldier
  • Command, control & intelligence

© Jana Schüler - Thales

  • Type Insight
  • Published

Die zuverlässige Detektion, Verfolgung und Identifizierung von Bedrohungen am Boden oder in Bodennähe erfordert in der Regel eine mehrteilige Ausrüstung. Um das volle Potenzial dieser Sensoren auszuschöpfen, ohne die physische und kognitive Belastung der Anwender zu erhöhen, müssen sie miteinander und mit der übergeordneten Führungsstruktur vernetzt werden. Eine solche Integration ermöglicht den nahtlosen Austausch zeitkritischer Daten und beschleunigt kritische Entscheidungen.

Fähigkeiten zur Bodenüberwachung sind wichtiger denn je: Sie ermöglichen es, feindliche Bewegungen auf dem Gefechtsfeld zu beobachten und detaillierte Bedrohungsinformationen so frühzeitig zu gewinnen, dass sich ein Ziel bekämpfen und zugleich die eigenen Kräfte schützen lassen. Sicherheitsbehörden setzen auf vergleichbare Lösungen, um illegale Grenzübertritte zu verhindern, den Drogenhandel zu bekämpfen und kritische Infrastruktur wie etwa Schienennetze zu schützen.

Herkömmliche Sensoren können jedoch die erforderliche großflächige Abdeckung und Mobilität nicht bieten. Sie können mit den wechselnden Taktiken von Gegnern und Eindringlingen kaum Schritt halten. Hinzu kommt die wachsende Bedrohung durch Drohnen. Sie erfordert innovative Ansätze: Selbst kleinste Bewegungen müssen erkannt, tieffliegende Bedrohungen schnell klassifiziert und potenzielle Ziele eindeutig identifiziert werden.

Aktuelle Lösungen sind oft schwer zu transportieren und langsam einsatzbereit; zudem mangelt es ihnen häufig an Zuverlässigkeit unter extremen Bedingungen und in umkämpften elektromagnetischen Umgebungen.

Moderne Systeme müssen daher auf Größe, Gewicht und Leistungsaufnahme (SWaP) optimiert sein: tragbar, schnell einsatzbereit und problemlos in bestehende Führungsnetze integrierbar. Vor allem aber müssen sie sich auch unter schwierigen Bedingungen einfach bedienen lassen.

© Jana Schüler - Thales

Operative Synergie im Einsatz

In Zusammenarbeit mit Einsatzkräften hat Thales eine integrierte Lösung entwickelt, die die Expertise des Unternehmens in den Bereichen Radar, optronische Sensoren und Führungssysteme bündelt. Sie optimiert jede Phase eines Überwachungseinsatzes, von der ersten Detektion und Klassifizierung potenzieller Bedrohungen bis zum entscheidenden Schritt der eindeutigen Identifizierung vor einer Bekämpfung.

Unsere Lösung kombiniert das gefechtserprobte Manpack-Radar Ground Observer 12 (GO12) zur automatischen Detektion und Verfolgung beweglicher Ziele mit dem tragbaren Wärmebildgerät SOPHIE Ultima zur Zielidentifizierung bei Tag und Nacht. Die Datenströme beider Sensoren führt das mobile Führungssystem (C2) VENUS zusammen und gibt sie unmittelbar an übergeordnete Führungsebenen weiter. Für Einsätze mit größerer Reichweite, zur linearen Überwachung oder wenn geografische oder witterungsbedingte Faktoren die bodengebundenen Sensoren an ihre Grenzen bringen, lassen sich ergänzende Sensoren wie die Mini-UAS Noctua und Grizzly von Thales problemlos in dasselbe C2-System einbinden.

Automatische Bedrohungserkennung und -klassifizierung

Das Bodenüberwachungsradar GO12 ist das leichteste und fortschrittlichste seiner Klasse. Es ist auf die Anforderungen kleiner, mobiler und zu Fuß operierender Einheiten zugeschnitten: leicht zu transportieren, in weniger als fünf Minuten voll einsatzbereit und schon von einer einzelnen Person aufzubauen und zu bedienen.

Das Radar ist darauf optimiert, mehrere Bodenziele sowie tieffliegende Luftfahrzeuge einschließlich Drohnen und Hubschrauber in Echtzeit zu detektieren, sie zu lokalisieren und zu verfolgen. Es erkennt Personen auf bis zu 10 km und Fahrzeuge auf mehr als 20 km Entfernung. Die Einzel- und Mehrsektor-Scanmodi sorgen dabei für eine kontinuierliche 360°-Rundumabdeckung. Erkannte Ziele werden automatisch klassifiziert; über eine integrierte Doppler-Audiofunktion kann der Anwender sie zusätzlich bestätigen. Ein einziger Satz MOTS-Batterien ermöglicht mehr als sechs Stunden autonomen Betrieb.

Zielinformationen werden sofort auf der intuitiven Benutzeroberfläche des VENUS-C2-Systems angezeigt, lassen sich mit einem Klick an andere Sensoren weitergeben und werden automatisch in das übergeordnete Überwachungssystem integriert.

Zuverlässige Identifizierung auf große Entfernung

Sobald das GO12-Radar eine Bedrohung detektiert und klassifiziert hat, erfasst das multifunktionale Wärmebildgerät SOPHIE Ultima detaillierte Informationen über das potenzielle Ziel und dessen Umgebung. SOPHIE Ultima ist von einer einzelnen Person schnell bedienbar und bietet entscheidende Vorteile: mehr als die doppelte Reichweite herkömmlicher tragbarer Kameras sowie ein breites Sichtfeld von 20°, das die Bedrohung und ihr Umfeld zugleich im Blick behält. Die Kombination aus Direktsichtoptik (DVO) und modernster gekühlter IR-Sensortechnologie liefert dem Anwender hochwertige Bilder, um getarnte oder verborgene Ziele bei Tag und bei Nacht zu identifizieren.

Ein herausragendes Merkmal ist der Infrarotsensor der SOPHIE Ultima mit stufenlosem optischem Zoom. Er ermöglicht die durchgehende Beobachtung beweglicher Ziele, von der ersten Erkennung bis zur eindeutigen Identifizierung. Herkömmliche Wärmebildgeräte mit zwei festen Sichtfeldern bieten das nicht.

Präzise Ziellokalisierung und sofortiger Informationsaustausch

Ausgestattet mit einem Laser-Entfernungsmesser der neuesten Generation liefert SOPHIE Ultima hochpräzise Zielkoordinaten auf bis zu 10 km Entfernung. Dank des fortschrittlichen visuellen Positionierungssystems VisioPos können Anwender die exakte Zielposition selbst in gestörten Umgebungen oder ohne GNSS-Empfang bestätigen und sie über das VENUS-C2-System sofort mit der Führungsstruktur teilen.

Die besonderen Vorteile einer integrierten Lösung

Jedes System bietet für sich genommen bereits einen erheblichen Mehrwert. Das eigentliche operative Potenzial entfaltet sich jedoch erst im koordinierten Zusammenspiel.

Die integrierte Lösung von Thales erfüllt die anspruchsvollen Anforderungen der Grenzüberwachung, des Schutzes kritischer Infrastruktur und der Gefechtsfeldüberwachung. Schnell auf- und abgebaut und einfach zu bedienen, deckt diese einzigartige Kombination aus ITAR-freier, gefechtserprobter Ausrüstung jede Phase des Überwachungseinsatzes ab: Detektion, Klassifizierung und Identifizierung. Alles läuft unter einer einheitlichen Führungsplattform zusammen, die den Einsatz optimiert und Daten in Echtzeit austauscht. So werden Führungsentscheidungen schneller und fundierter getroffen.

Für zu Fuß operierende Einheiten in komplexen Umgebungen erhöht die Lösung von Thales sowohl die operative Wirksamkeit als auch den Truppenschutz. Das GO12 bietet eine dauerhafte, allwettertaugliche Detektions- und Klassifizierungsfähigkeit und damit die Grundlage jeder wirksamen Überwachung. SOPHIE Ultima liefert die detaillierten Identifizierungsdaten, um Detektionen in verwertbare Erkenntnisse zu verwandeln. Gemeinsam bilden sie eine überzeugende Kombination, mit der Anwender ihre wichtigsten Ressourcen auf und abseits des Gefechtsfelds schützen können.

LATEST INSIGHTS